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Luthers Theologie kurz erklärt (Teil III)

Bilder: Wikimedia/Collage C. Lechelt

Für seine ketzerischen Ideen musste sich Martin Luther auf dem Reichstag in Worms vor Kaiser Karl V. rechtfertigen. Das Aufeinandertreffen beider ging für Luther noch glimpflich aus: Im Mai 1521 verhängte der Reichstag im sogenannten „Wormser Edikt“ die Reichsacht gegen Luther. Damitwurde er für vogelfrei erklärt und den Menschen im gesamten Reich untersagt, seine Schriften zu drucken oder zu lesen.

Der Reformator wurde auf seinem Heimweg vom Reichstag von Soldaten des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen auf die Eisenacher Wartburg entführt. Dort übersetzte der Reformator die Bibel ins Deutsche. Dieser Umstand war für seine Theologie ausgesprochen wichtig, denn Luther brauchte eine religiöse Legitimation für seine Thesen und sein Wirken. Denn nur mit einer Übersetzung des lateinischen Neuen Testaments konnte er seine Gedanken so untermauern, dass auch diejenigen sie verstanden, die des Lateinischen nicht mächtig waren.

Theologie

Mithilfe des Buchdrucks konnte Luther die Bibelübersetzung und seine reformatorischen Ideen unter das Volk bringen. Dazu gehörte auch seine Erkenntnis von der alleinigen Autorität der Bibel („sola scriptura“). Diese Autorität gründete Luther auf den Schriften des Apostels Paulus. „Sola scriptura“ war besonders deshalb wichtig, weil Luther damit dem Papst entgegentreten konnte, der auch dieSchriften der kirchlichen Überlieferung als heilsnotwendige Autoritäten erachtete. Für Luther war die Heilige Schrift „durch sich selbst glaubwürdig, deutlich und ihr eigener Ausleger“.

Sprache

Luthers Bibelübersetzung spielt bis heute eine wichtige Rolle in unserer Sprache. Der Reformator übersetzte ganz bewusst nicht Wort für Wort, sondern so, dass die Bibel inhaltlich richtig und in der Alltagssprachefür die Menschen nachvollziehbar war. Dabei verwendete er eine sehr bildhafte Sprache. So erfand er Wörter wie „Schandfleck“,„Feuertaufe“ oder „Machtwort“ und kreierte Sprachbilder wie „der Wolf im Schafspelz“.

Zusammenhang

„Sola scriptura“ war nur eines von vier „Soli“ Luthers. Gläubige Christen seien allein durch die Gnade Gottes („sola gratia“), den Glauben allgemein („sola fide“) und im speziellenan Jesus Christus („solusChristus“) gerechtfertigt . (cl)

Mehr dazu:

Worauf Luther seinen Glauben baute (Teil II)

Luthers Glaubensgrundsätze kurz erklärt (Teil I)


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