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Neue Kollegin im Dekanat

Dr. Rose Schließmann seit 1. November ist neue Referentin für die Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald...

Hören und hingucken – das ist derzeit ganz wesentlich für Dr. Rose Schließmann. Für die gebürtige Schwäbin ist es nicht nur ein beruflicher Wechsel, sondern ein kompletter Neuanfang.

 

Rose Schließmann hat zuvor elf Jahre im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach gearbeitet, mit verschiedenen Stellenanteilen in den Kirchengemeinden Naunheim und Waldgirmes sowie im Dekanat. Dort hat sie reichlich Erfahrung in der Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte gesammelt. In den beiden Kirchengemeinden hat sie etwa das Projekt „55 plus minus“ ins Leben gerufen, das sie in ähnlicher Form im früheren Dekanat St. Goarshausen kennengelernt hat.

 

Plattform für Menschen mittleren Alters

„Eine regelmäßige Mitarbeit in der Kirche von Menschen zwischen 40 und  60 Jahren ist aus beruflichen Gründen oft kaum möglich“, sagt Rose Schließmann. Daran knüpft „55 plus minus“ an. Es ist eine Plattform für Menschen dieser Altersgruppe, um gemeinsam und voneinander zu lernen, ohne dass diese sich fest binden müssen.

„Miteinander reden und etwas erleben bringt Menschen zusammen – und das tut gut.“ Konkret: Sie können Vorträge, Pilgern, Tanzen, Kurse oder was auch immer anbieten – eben das, was ihnen zusagt und woran sie Spaß haben – unterstützt von einer hauptamtlichen Kraft. Die Kirchengemeinden erweitern so ihr Angebot und schaffen Möglichkeiten, sich einzubringen und Gemeinschaft zu erleben – auch für Menschen, die seit der Konfirmation nichts mehr mit Kirche zu tun haben.

Eine feste Größe ist immer der Projektabschlussgottesdienst. „Der Charme dieser Projekte ist auch, dass es nicht um Riesenzahlen geht, sondern darum miteinander etwas zu erleben, Gemeinschaft zu haben und Neues zu entdecken und zu erlernen“, sagt Rose Schließmann. Der Erfolg gibt ihr Recht: Seit zehn Jahren gibt es „55 plus minus“ in Naunheim, zuletzt umfasste das Jahresprogramm mehr als 30 verschiedene Angebote.

 

Interesse an theologischen Themen

Gebürtig stammt Dr. Rose Schließmann aus einem Dorf bei Schwäbisch Hall. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete in der Hämatologie und Onkologie. Im Anschluss folgte eine gemeindepädagogische Ausbildung. „Theologische Themen haben mich schon immer interessiert.“ Rose Schließmann arbeitete elf Jahre als Jugendreferentin für das Evangelische Jugendwerk Schwäbisch-Hall, bevor sie die Landeskirche wechselte und ins Dekanat Biedenkopf-Gladenbach ging. Auch deshalb, weil sie nicht bis zur Rente in der Jugendarbeit bleiben wollte. Von 2008 bis 2011 studierte sie berufsbegleitend Diakoniewissenschaften und promovierte über den Wandel von Pflege und Wohnen im Alter und die Perspektiven diakonischen Handelns.

 

Näher an Familie und Freunde heranrücken war ein Kriterium für den Wechsel auf die südlich gelegenere Stelle im vorderen Odenwald. Ein anderes war, sich beruflich weiterzuentwickeln. Was ist für die Menschen wichtig? Was brauchen sie? Was ist möglich und machbar? Wie sind die Gegebenheiten? Mit diesen Fragestellungen ist Rose Schließmann derzeit viel im Dekanatsgebiet unterwegs, besucht die Kirchengemeinden, lernt die Menschen kennen, baut Kontakte zu Kommunen und Einrichtungen auf, sucht nach Kooperationsmöglichkeiten. Daraus wird sie Angebote entwickeln.

Aber auch privat ist sie dabei, Fuß zu fassen. Zum Beispiel, indem sie sich ehrenamtlich im Eine-Weltladen in Babenhausen, wo sie wohnt, engagiert und ihre Umgebung kennenlernt. Die ist zumindest zwischen Babenhausen und Groß-Umstadt deutlich flacher als im hügeligen Wetzlar. „Hier kann Fahrrad fahren wirklich Spaß machen“, sagt die 48-Jährige schmunzelnd. Ihre Freizeit verbringt sie gerne draußen in der Natur, beim Lesen, Pilgern oder mit Klavier spielen.

 

 


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