Menu
Menü
X

Neustart in der Diakoniestation Groß-Umstadt/Otzberg

Die Gesellschaft für Diakonie- und Sozialstationen in Hessen und Nassau (GfDS) wird die Geschäftsführung der Diakoniestation Groß-Umstadt/Otzberg dauerhaft übernehmen. Das hat die Versammlung der Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden, die Träger der Diakoniestation sind, bei ihrer Tagung in Heubach am vergangenen Montag mit großer Mehrheit beschlossen...

Die GfDS hat ihren Sitz in Darmstadt und ist in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Bislang sind neun Diakonie- und Sozialstationen unter ihrem Dach, unter anderem die in Stockstadt am Rhein und in Bad Vilbel.

Professionelle Leitung durch die GfDS

"Die ehrenamtliche Leitung einer solchen Organisation ist bei all den rechtlichen Fragestellungen und der zunehmenden Komplexität im Pflegebereich kaum noch machbar", sagt Dr. Michael Vollmer, Präses des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Dahinter steht auch die Hoffnung, dass die Diakoniestation mit einer professionellen Geschäftsführung in ruhigere Fahrwasser kommt.

"Es ist nachvollziehbar, dass Veränderungssituationen Verunsicherungen hervorrufen", führt Vollmer weiter aus. Doch die Mitarbeiter*innen müssten sich keine Sorgen machen. An den Arbeitsverträgen ändere die neue Struktur nichts.

Im Bereich der Kindertagesstätten hat das Dekanat gute Erfahrungen mit einer veränderten Trägerstruktur gemacht: Zum 1. Januar 2020 hatte sich ein Großteil der evangelischen Kindertagesstätten der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft der Kindertagesstätten (GüT) angeschlossen, die sich insbesondere während der Hochphase der Corona-Pandemie bewährt hat. Weitere Kindertagesstätten kommen hinzu.

Seit März ist der DSV mit im Boot

Die Diakoniestation Groß-Umstadt/Otzberg befindet sich seit längerem in der Krise. Sie wird seit Anfang März vom Dekanatssynodalvorstand (DSV) des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald geführt, der hierzu einen geschäftsführenden Ausschuss eingesetzt hat. Dies war notwendig geworden, da mehrere Mitglieder aus dem Verbandsvorstand zurückgetreten sind und bei der Verbandsversammlung Anfang März keine Nachfolge gefunden werden konnte. Das Regionalgesetz für kirchliche Zweckverbände der EKHN sieht in einem solchen Fall vor, dass der Dekanatssynodalvorstand die laufenden Geschäfte übernimmt.

Dem geschäftsführenden Ausschuss gehören Präses Dr. Michael Vollmer, der stellvertretende Präses Volker Ehrmann, die stellvertretende Dekanin und Heubacher Pfarrerin Evelyn Bachler, die auch Vorsitzende der Verbandsvertretung ist, sowie Heike Kopp, Mitglied des Dekanatssynodalvorstandes, an. Anfangs gehörten dem geschäftsführenden Ausschuss außerdem die verbliebenen Vorstandsmitglieder Heiko Handschuh und Michaela Meingast an. Anfang Mai wurde Heiko Handschuh als Ehemann einer mit Leitungsverantwortung bei der Diakoniestation beschäftigten Mitarbeiterin vom DSV aus dem geschäftsführenden Ausschuss abberufen. Die frühere Vorsitzende des Vorstands der Diakoniestation, Pfarrerin Michaela Meingast, schied aus gesundheitlichen Gründen aus dem geschäftsführenden Ausschuss und aus dem DSV aus.

Entscheidung lag bei der Verbandsvertretung

Nach der Ruhestandsversetzung des langjährigen Geschäftsführers Jörg Rast und der zwischenzeitlichen Tätigkeit eines weiteren Geschäftsführers liegt die Geschäftsführung im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages seit Sommer in den Händen der GfDS. "Das heißt, die GfDS übernimmt im Moment den Part der Geschäftsführung auf Zeit mit dem geschäftsführenden Ausschuss als Vorstand", sagt Evelyn Bachler. "Es war von Anfang an deutlich, dass über eine endgültige Entscheidung die Verbandsvertretung diskutieren und entscheiden muss."

Der Dekanatssynodalvorstand muss nun festlegen, wann der Übergang in die GfDS erfolgt. Danach wird aller Voraussicht nach ein begleitender Beirat, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus den Kirchengemeinden, gebildet.

HINTERGRUND

Die Diakoniestation Groß-Umstadt/Otzberg ist eine kirchliche Einrichtung, die allen kranken und pflegebedürftigen Menschen in beiden Kommunen zur Verfügung steht. Sie ist 1978 aus mehreren Gemeindeschwesternstationen hervorgegangen. Nach dem bisherigen (und derzeit noch aktuellen Konstrukt) sind die 13 Kirchengemeinden auf Groß-Umstädter und Otzberger Gemarkung Träger des Zweckverbands der Diakoniestation und damit Eigentümer. Sie entsenden aus ihren Kirchenvorständen Vertreter*innen in die Verbandsvertretung. Die Verbandsvertretung wählt den ehrenamtlichen Verbandsvorstand, welcher die Beschlüsse der Verbandsvertretung ausführt. Der Vorstand überträgt das operative Geschäft auf einen Geschäftsführer, der vom Vorstand in seiner Tätigkeit begleitet und beaufsichtigt wird.


top